Bill geht und nun?
Heute ist ein ganz besonderer Tag. Mal keine HDTV-Meldung, denn Bill Gates verlässt heute den Software-Riesen Microsoft. Letzter Arbeitstag. Nun ja… Als langjähriger Linux-Anwender sollte das einen ja freuen. Aber, ich sehe das mittlerweile etwas anders und realistischer.
Denn eins bewundere ich an Bill Gates, er gab nie auf. Auch wenn er mit MS nicht immer die fairen Wege gegangen ist, man erwähne nur Netscape oder die letzten EU-Strafen. Aber er hat lange durchgehalten. Er ist ein Kämpfer, mein Sternzeichen sogar auch noch.
Bill hat meine letzten 13 Jahre intensiv geprägt. Ob es nur die etlichen Support-Hotlines waren, die ich privat von zu Hause abhalten durfte oder die etlichen Stunden mit Installationen und Administrationen von MS-Systemen aller Versionen. Ja, hätte er es nur gelassen…
William Henry Gates III. (Bill Gates) bastelte in den ersten Jahren als Programmierer an Software für Verkehrsströme mit seinem Schulfreund Paul Allen und gründete mit nur 14 Jahren seine erste Firma. Dann wurde QDOS von ihnen gekauft und kam auf dem IBM-PC. Ein Erfolg! Es ging aufwärts und immer erfolgreicher voran. Obwohl es viele Konkurrenz-Produkte gab, die den von MS überlegen waren. IBM’s OS/2 zum Beispiel. Schon damals ein reines 32-Bit-System, wovon MS immer nur träumte mit den DOS-Altlasten bei Win9x.
OS/2 Warp 3 vs. NT – 1993
Nur sein berühmtes Interview mit dem PC-Fachmagazin c’t entsprach nicht der Wahrheit und es ging um die Zukunft des Internets. Er sagte dort: “Das wird sich nicht durchsetzen”. – Hmm? Also selbst ich hatte da aber ein anderes Gefühl nach meinen ersten Internet- und BTX-Jahren in den 90ern.
Was wäre gewesen, wenn seine Mutter ihn aus der Garage oder Schule gejagt hätte und er wie ich im Garten Unkraut zupfen musste, anstatt zu programmieren? Wären wir jetzt alle Mac-User? Wären wir von den Bluescreens, Viren oder Würmer verschont geblieben?
Mein erster richtiger PC mit Win95. Ein 486 DX-2/66 im Jahre 1995 mit wahnsinnigen 8MB RAM, mit eben Windows 95a als System. Ja, die Brotkiste von Commodore hatte ich auch mal und in der Schule einen Atari 1040ST. Aber die Performance mit Win95 war wie Fahrstuhlfahren. Langsam und nervig. Ich wollte ein DOS und OS/2 wieder, was ich vorher immer nutzte.
Schon die Präsentation zu Windows 95 hätte mich warnen sollen. Ein netter Bluescreen erschien vor all den Zuschauern auf die Leinwand. Na ja, es war ja nicht so schlimm. Leider spiegelte es aber die Realität der Folgejahre wieder.
Aber Kopf hoch! Wir haben ja jetzt Steve Ballmer, der CEO von MS. Ja, der mit den vielen geforderten Developers.
“Developers, Developers, Developers, …” und der Tanz mit “I love this company!”
Aber Developers sind out, jetzt kommt ja: Advertising, Advertising,…
Und manchmal lässt Neid auch Steve etwas erfinderisch werden: Wo ist das DVD-Laufwerk am MacBook Air?
Was er wohl aus Microsoft noch macht?
Windows verkaufen kann er ja schon…