HDTV-Technik
Wofür steht HDTV?
HDTV ist die Abkürzung für “High Definition Television” und bietet eine höhere Bildschirmauflösung gegenüber dem herkömmlichen Fernsehen, das auch als SDTV also “Standard Definition Television” bezeichnet wird. Das herkömmliche Fernsehen (PAL) bietet nur eine Bildschirmauflösung bis zu 720 x 576 Pixel, wobei HDTV bis zu 1920 x 1080 Pixel (Full HD) Bildschirmauflösung ermöglicht.
Die Mehrheit aller HDTV-Sender senden zur Zeit in einer Auflösung von 1920 x 1080 Bildpunkten (1080i interlaced). HD Suisse und der Showcase von EinsFestival HD senden in 720p, also mit 1280 x 720 Pixel.
Was brauche ich alles um HDTV zu empfangen?
Einen digitalen HDTV-Receiver, einen Bildschirm, der “HD ready” ist und das selbige Siegel trägt sowie ein HDMI-Kabel zur Verbindung des Fernsehers mit dem HDTV-Receiver. Bei einem Fernseher mit integriertem HD_Tuner, entfällt ein externer HDTV-Receiver. Zum Empfang sollte der digitale Satelliten-Empfang (DVB-S2) von ASTRA 1 oder dem digitalen Kabel-TV (DVB-C) bei einem Anbieter mit HDTV-Sendern möglich sein. Die Kabelfernsehbetreiber geben im Web oder am Telefon darüber Auskunft.
Was ist HDMI

HDMI ist der digitale und einheitliche Anschluss für HDTV-Geräte und steht für “High Definition Multimedia Interface”. HDMI bietet über ein einziges Kabel unkomprimierte Bild- und Tonübertragung jedes heutigen Video- und Audio-Standards. Neue Grafikkarten für den PC bieten ebenso schon einen HDMI-Anschluss – alternativ einen für DVI (ohne Ton).
HDMI baut auf den schon vom PC bekannten digitalen DVI-Anschluss auf, nur das dieser Videosignale und keine Audiosignale überträgt.
Deswegen ist HDMI auch abwärtskompatibel zu DVI-D und kann mit einem entsprechenden DVI-HDMI-Adapter genutzt werden.
Die Kabelqualität ist ab ca. 5m Länge sehr wichtig. Unter einer Länge von 5m sind auch einfache (beim Receiver mitgelieferte) HDMI-Kabel ohne Probleme einsetzbar. Bis zu 15m Kabellänge sind allerdings als HDMI-Standard vorgesehen.
Entsprechend lange HDMI-Kabel sind sehr teuer und müssen eine hohe Schirmung und Qualität aufweisen. Der alte Spruch: “Ist doch egal, ist ja eh digital!”, ist nonsens! Denn jede Kabelverbindung, egal ob analog oder digital, muss gut abgeschirmt sein und wie immer spielt die Länge der Kabel eine große Rolle.
Mit dem HDMI-Standard in der Version 1.1 und 1.2 lassen sich Datenraten bis zu 10 GBit/s über das HDMI-Kabel übertragen bei einer Farbtiefe mit bis zu 24 Bit.
Durch HDMI in der Version 1.3 kommen exakter festgelegte Kabeleigenschaften und eine noch höhere Datenrate zum Tragen. Die Farbtiefe kann bei HDMI 1.3 mit bis zu 48 Bit übertragen werden.
Die neuen digitalen Audio-Standards Dolby Digital Plus und Dolby True HD sowie DTS HD Master Audio, werden erst durch HDMI 1.3 unterstützt. Wie sie bei HD-DVD- und Blu-ray-Playern eingesetzt werden.
Diese digitalen Audioformate über Satellit zu übertragen, würde eine viel zu hohe Übertragungsrate erfordern. Hier wird noch das bewährte Dolby Digital 2.0 oder 5.1 verwendet. Selbst der alternative DTS-Surround-Sound (Digital Theater System) benötigt ebenfalls mehr Bandbreite.
Was ist ein Komponenten-Anschluss
Wird auch als Component-Video angegeben. Das ist die analoge (YPbPr) oder auch digitale (YCbCr) Video-Verbindung zwischen HDTV-Receiver/DVD-Player/Blu-ray-Player und dem Bildschirm.
Projektor, LCD- oder Plasma-Bildschirme haben diesen Anschluss zusätzlich zu dem HDMI-Anschluss oder auch nur als einzige Variante an älteren Geräten wie Beamern/Projektoren.
Ansonsten sollte dieser immer zum HDMI-Anschluss zusätzlich vorhanden sein. Das Komponenten-Kabel besteht aus 3x Cinch-Kabeln (Koax). Es gibt auch ein paar wenige DVB-S-Sat-Receiver, die einen Komponenten-Anschluss (YUV) besitzen, Anstatt des schlechteren analogen SCART-Anschlusses. Die Digenius Grobi TV-Box liefert über den Komponenten-Anschluss ein sehr scharfes Bildsignal mit kräftigen und natürlichen Farben auf digitalen Bildschirmen bei 720 x 576i Pixel Bildschirmauflösung. Auch Satelliten-Receiver mit HDMI-Anschluss und einem internen Skaler-Chip zur Hochrechnung der Bildschirmauflösung auf HD-Auflösung, liefern ein wesentlich besseres Bild im Endeffekt.
Was ist HDCP
HDCP steht für “High-bandwidth Digital Content Protection“. Dieses Verschlüsselungsverfahren (Kopierschutz) wurde von Intel entwickelt, um digitale Audio- und Videosignale über DVI und HDMI bei HDTV-Übertragungen zu schützen. Auch die neuen Blu-ray- und HD DVD-Standards setzen auf diesen verbraucherunfreundlichen Kopierschutz. Beim Kauf eines LCD, Beamer oder Plasmas sollte darauf geachtet werden, dass der HDMI- und DVI-Anschluss HDCP unterstützt.
Was bedeuted “HD ready”?
“HD ready” wurde von der EICTA als Standard für HDTV-Geräte entworfen. Die Geräte müssen dafür folgende Voraussetzungen erfüllen:
- eine native Bildschirmauflösung von mindestens 720 Zeilen und 16:9 Format
- einen analogen Komponenten-Eingang (YPbPr/YUV)
- und einen DVI- oder HDMI-Anschluss, der HDCP unterstützt.
- mit folgenden HD-Video-Formaten: 1280×720 @ 50 / 60Hz progressive (720p) und 1920×1080 @ 50 / 60Hz interlaced (1080i)
Nur wenn diese auch vertraglich erfüllt werden, dürfen die Geräte auch das Logo (rechts) der EICTA in Europa tragen. Vorsichtig sollte man bei Displays ohne Logo oder mit nur dem DVI-Anschluss sein. Diese Displays werden oft von Händlern als “HD kompatibel”, “HD vorbereitet” oder auch “HDMI-kompatibel” beworben und sind meist nicht “HD ready”!
Es fehlt dann die Unterstützung von HDCP bei den Anschlüssen oder die Bildauflösung ist sehr gering! Zu den Tricks beim Verkauf mit Flachbildschirmen der Händler ein Beitrag der ZDF-Sendung WISO
Was bedeuted das Logo “HD TV”?
Das Logo mit der Aufschrift “HD TV” ist ebenso von der EICTA für HDTV-Geräte entworfen worden.
Dieses Logo (rechts) befindet sich z.B. auf digitalen Receivern und DVD-Playern und darf auf diesen auch nur genutzt werden, wenn die vorgegebenen Voraussetzungen der EICTA erfüllt werden.
Was bedeutet “Full HD” oder 1080p
Der Begriff “Full HD” ist von den Herstellern als Werbemittel erfunden worden und beruht auf keinem offiziellen Standard. Allerdings bezeichnen diese Geräte eine volle HDTV-Auflösung des eingesetzten Panels von 1080p mit 1920×1080 Pixel. Was theoretisch einer Darstellung eines HDTV-Signals von 1920×1080 Bildpunkten ohne Hochrechnung 1:1, wie beim Röhrenfernseher in PAL, auf dem Bildschirm ermöglicht. In der Praxis zeigt sich aber auch bei einigen dieser Full-HD-Bildschirmen ein kleiner Overscan und es wird der Bildrand um einige Prozente hochgerechnet.
Stattdessen sind jetzt die beiden Logos für HDTV-Geräte mit einer Full-HD-Auflösung von der EICTA entworfen worden.

Was ist DVB-S2
DVB-S steht für “Digital Video Broadcast – Satellite” also das Übertragungsverfahren für Satelliten-TV. Hiermit können mehrere TV- und Radio-Sender auf einem Transponder untergebracht werden.
DVB-S2 ist die Weiterentwicklung davon und ermöglicht eine um ca. 30% höhere Kompression als DVB-S. Bei HDTV-Übertragungen ist eine hohe Übertragungsrate nötig, kann aber durch das Einsetzen von DVB-S2 weitaus reduziert werden. Pro7 HD, SAT1 HD, Anixe HD und Premiere HD nutzen DVB-S2 kombiniert mit dem H.264 / MPEG-4 AVC-Codec.
Was ist MPEG-4 AVC und H.264?
MPEG-4 ist von der “Moving Picture Experts Group” (MPEG) entwickelt worden und ein neuer und sehr effektiver ISO/IEC Audio- und Video-Codec-Standard für Multimedia-Inhalte. Bei HDTV-Receivern für das HDTV im digitalen Fernsehen oder auch bei interaktiven Grafik- und Multimedia-Anwendungen. Alle deutschen HDTV-Sender nutzen das effiziente MPEG-4 AVC mit H.264 über DVB-S2.
MPEG-2 wird für die gängige DVD, aber auch für das herkömmliche digitale Fernsehen bei Receivern (DVB-C, DVB-S und DVB-T) in PAL (SDTV) genutzt.
X.264 ist eine freie Bibliothek (library) um H.264/AVC Audio-Video-Signale zu kodieren. Beide, MPEG-4 und H.264 kombiniert, kommen auch am PC zum Einsatz. H.264 benötigt aber keine zusätzliche Software (Dekoder) zum Abspielen, wie z.B DivX oder XviD.
Wann kommt HDTV endlich bei allen Sendern?
Wahrscheinlich nicht bei allen und auch nicht sofort. Denn die HDTV-Übertragung ist viel teurer und aufwendiger als das jetzige PAL-Fernsehen “SDTV”. Ebenso benötigt HDTV eine weitaus höhere Übertragungsrate als in dem herkömmlichen SDTV-Format. Und da werden die “kleineren” Sender aus Kostengründen nicht mitmachen können.
ARD und ZDF planen leider erst ca. 2010 in HDTV im Regelbetrieb zu übertragen. Der WDR plant vorher HDTV-Testausstrahlungen.
Der Kultursender ARTE plant schon 2008 mit der HDTV-Übertragung im Regelbetrieb zu starten, wie eine Ausschreibung auf der Webseite aufzeigte. Und sendet teilweise schon auf dem Atlantic Bird 3 (5°West) TV-Satelliten eine Testausstrahlung von ARTE HD. Leider verschlüsselt.
Kann ich Filme in HDTV aufzeichnen?
Es liegt am jeweiligen HDTV-Sender. Als Kopierschutz kann ein Broadcast-Signal an den HDTV-Receiver mitgesendet werden. Auch HDCP-Flag genannt. Dann verweigert der Receiver eine Ausgabe über den HDMI-Anschluss, wenn das Display am HDMI-Anschluss nicht HDCP-fähig ist und/oder es wird ein schlechteres Bild bei niedriger Auflösung über den Komponenten-Ausgang geliefert.
Es liegt also in der Hand des Senders, ob die HDTV-Filme oder -sendungen zum Mitschneiden in HDTV-Auflösung über die Anschlüsse des Receivers ausgegeben werden. Die Sender haben aber oft nur Senderechte an den Filmen!
Der Technisat DigiCorder HD S2 und Topfield TF8800 HDPVR sowie die Dreambox DM8000, Humax iCord und Homecast HS8100 CiPVR als HDTV-PVR sind zur HDTV-Aufnahme geeignet sowie auch noch andere Receiver.
Kann ich am PC HDTV-Sender empfangen?
Dazu benötigt man eine entsprechende HDTV-PC-Karte, die den neuen Übertragungsstandard DVB-S2 mit MPEG-4/x.264 AVC empfangen kann.
Ein leistungsfähiger PC und die entsprechenden aktuellen Video-Codecs sollten bei der mitgelieferten TV-Software vorhanden sein. Um die CPU bei der Dekodierung zu entlasten, kann eine aktuelle Grafikkarte mit MPEG-4 AVC (H.264) Beschleunigung helfen. Bei nVidia nennt sich das PureVideo oder PureVideo HD,
Frei empfangbare HDTV-Angebote bei Sat.1 HD und ProSieben HD
Über den Satelliten ASTRA 1, im Kabelnetz von Kabel BW und VDSL (T-Home), wurden die HDTV-Angebote Sat.1 HD und ProSieben HD bis zum 15. Februar 2008 ausgestrahlt. Die HDTV-Übertragung ist bis 2010 vorübergehend eingestellt worden. Leider…
24p, 1080p/24 – Was ist das?
24p oder genauer 24 Hz (Bilder/s), ist die Bildrate mit der ein Film von Blu-ray Disc abgespielt wird. Im Kino werden Filme immer mit 24 Bildern/s abgespielt. Bei einer DVD zu Hause am DVD-Player sind es 25 Bilder/s. Schon einmal bemerkt, dass die Kinofassung deswegen immer länger ist? Denn nur die Blu-ray Disc oder HD DVD wird im Originalformat der Filmstudios wiedergegeben. Also mit 24 Bildern/s. Dieses sollte der digitale Flachbildschirm beherrschen und natürlich auch der Blu-ray-Player. Wenn nicht, kommt es zu einem leichten Ruckeln bei langsamen Kameraschwenks. Bei HDTV kommt aber dieses Problem nicht zu tragen und HDTV-Receiver benötigen diesen Modus nicht. Mehr Informationen bei uns im HDTV-Space-Forum.
Schwarze Balken oben und unten
HDTV wird zwar immer in 16:9 Breitbildformat ausgestrahlt, aber das Ausgangsmaterial kann auch im Cinemascope-Format vorliegen. Cinemascope entspricht in etwa 21:9 und deswegen erscheinen oben und unten leider schwarze Querbalken. Premiere HD sendet ab und zu Spielfilme in Cinemascope.
Schlechtes Bild auf LCD oder Plasma
Bei Röhrenfernsehern und PAL-Übertragung (SDTV) ist exakt die gleiche Zeilen- und Pixelanzahl gegeben. Es wird bei PAL in 720 x 576i übertragen und 1:1 an der “alten” Röhre dargestellt.
Bei LCD, Plasma und Projektoren mit Pixelraster, muss das Signal auf die native Auflösung des Displays immer umgerechnet werden. Wie am PC-Flachbildschirm auch. Dazu ist ein sogenannter Scaler-Chip eingebaut. Ungefähr vergleichbar mit einem sehr kleinen Videofilm (niedrige Bildschirmauflösung) am PC und das Video-Fenster bei der Wiedergabe weiter aufgezogen wird, um ein größeres Bild zu sehen. Dadurch entsteht Qualitätsverlust. Das Bild muss nämlich hochgerechnet werden.
Hinzu kommt noch die Qualität des Materials und die Übertragungsrate (Bitrate), mit der gesendet wird. Bei den “Öffentlich Rechtlichen” ARD und ZDF, ist diese qualitativ sehr hoch. Bei vielen Privaten Sendern eher niedrig und es kommt zu einem leichten unscharfen Matsch-Bild auf digitalen Displays, Bildrauschen oder Blockartefakten. DVB-T ist ein gutes Beispiel aufgrund der niedrigen Übertragungsrate und es kommt bei sehr schnellen Kameraschwenks zur Klötzchenbildung.
Schlechte Farbverläufe und schlechte Farbübergänge – “Solis”
Hervorgerufen durch eine niedrige Übertragungsrate des Senders (Pixelklötze) und durch eine schlechte Videoverarbeitung des Receivers, entstehen ungleichmäßige Farbübergänge im Bild. “Solis” auch genannt.
Extrem fallen diese bei dem ersten HDTV-Receiver Humax PR-HD1000 auf, wie unten auf dem linken Bild gut zu erkennen.

Dolby Digital über HDMI
Über den HDMI-Anschluss kann der Ton in Dolby Digital 2.0 oder 5.1 übertragen werden und über einen AV-Receiver mit HDMI-Eingang zum Bildschirm weitergeleitet werden.
Aber nicht alle HDTV-Receiver leiten Dolby Digital 5.1 über HDMI weiter. Oft wird nur PCM gewählt. Dann ist der optische Audio-Digital-Anschluss (Toslink) oder koaxiale Audioausgang des HDTV-Receivers zu nutzen.
Zu wenig HDMI-Anschlüsse
Wenn nur ein HDMI-Anschluss am Flachbildfernseher vorhanden ist und mehrere HDMI-Geräte angeschlossen werden sollen, kann auch der Komponenten-Anschluss (3x Cinch-Kabel/Koax) genutzt werden. Zum Beispiel der HDMI-Anschluss für den HDTV-Receiver und der Komponenten-Anschluss für einen DVD-Player oder eine Spielekonsole.
Wenn noch weitere Geräte an den Bildschirm angeschlossen werden sollen, kann ein HDMI-Switch / HDMI-Umschalter oder ein Audio/Video-Receiver mit HDMI-Eingängen angeschlossen werden, der alle HDMI-Geräte zum Anschließen aufnimmt und die Audio- und Video-Ausgabe auf einen HDMI-Ausgang wieder praktisch ausgibt.