Kabel und Stecker

Sat-Koax-Kabel

Aufbau des KoaxialkabelsEin oft vernachlässigtes Thema beim Fernsehempfang ist die Qualität der verwendeten Kabel. Mit Sat-Kabel ist ein doppelt geschirmtes Koaxialkabel (Abbildung rechts) von der Sat-Antenne zum Sat-Receiver bzw. zur Anschlussdose gemeint. Während mit Antennenkabel ein einfach geschirmtes Koaxialkabel für die Verbindung von der Kabelfernsehdose (Multimediaanschluss) oder sogar noch mit Umweg vom Videorecorder zum Fernseher bezeichnet wird.

Das Koaxialkabel eingesetzt in der Fernsehtechnik, weist eine Impedanz von 75 Ohm auf und hat eine Ausbreitungsgeschwindigkeit von über 200.000 km/sek mit einer ungefähren Verzögerung von 5ns pro Meter. Auf dem Weg vom und zum Satelliten wird das Signal gedämpft, es wird dadurch also schwächer.

Um diesem natürlichen Vorgang entgegen zu wirken, wird das Satellitensignal mit einem Fehlerschutz (FEC) versehen. Auch im Koaxialkabel wird das Signal gedämpft. Dabei ist der Signalverlust bei hohen Frequenzen höher als bei niedrigeren Frequenzen.

Heute wimmelt es zusätzlich an allen Ecken von Funkübertragungen. WLAN-Netze der Nachbarn, Wetterstationen, schnurlose DECT-Telefone, Handys, Funkuhren, Funkantennen, Funksender, Amateurfunker, Babyphone usw… Alles kleine Störsender, die bei einer schlecht abgeschirmten Verkabelung und Anschlüssen mit billigem Kabel zu Problemen führen.

Das Satellitenkabel leistet folgende Funktionen:

  • Übertragung der Sat-Signale zum Satellitenreceiver
  • Versorgung des LNB mit der richtigen Betriebsspannung
  • Lieferung eines 22-kHz-Signales zur Umschaltung zwischen oberem und unterem Frequenzband

DECT-Störungen (Telefonstörungen)

Seit dem 02.04.2007 lautet die neue Frequenz für die Standard-Ausstrahlung von ProSieben/SAT1-Gruppe (Pro7, SAT1, Kabel Eins, N24, 9Live): 12.545 Horizontal (Transponder 107 auf Astra 1) Symbolrate: 22.000 – FEC 5/6 – DVB-S

KoaxialkabelDas berühmteste Problem bereitet das schnurlose DECT-Telefon in fast jedem Haushalt. Die Basisstation und auch zusätzliche Repeater (meist in Firmen/Bürogebäuden) zur Reichweitensteigerung, senden die ganze Zeit zu den Mobilteilen. Dadurch wird der Empfang der kompletten Pro7-/Sat1-Gruppe und auch Kabel 1, N24, DSF, TELE 5, 9Live, HSE24, Astro TV, Sonnenklar TV auf Astra 1 (Frequenz: 12.480 Vertikal) erheblich gestört, dass der Empfang durch Bildruckler, Klötzchen oder sogar Komplettausfall beeinträchtigt wird. Das kann auch das DECT-Telefon des Nachbarn sein.

Die Ursachen können schlecht isolierte Sat-Kabel, Sat-Stecker, Sat-Dosen, Verteiler, Multischalter, Fensterdurchführungen und eigentlich alle (offenen) Kabel-Verbindungen in der Nähe sein.

Die ZF, die der Receiver verarbeitet¸ beträgt 1880 MHz. In diesem Bereich arbeiten auch schnurlose, digitale DECT-Telefone und können somit das Empfangssignal des digitalen Receivers beeinträchtigen. Ist das Programm Terra Nova (Astra 1 Frequenz: 12285 V) ohne Probleme zu empfangen, bestätigt diese Beobachtung, dass die Sat-Anlage (Receiver, LNB, Multischalter) keinen Defekt haben.

Als Selbsttest kann man das Telefon vom Stromnetz nehmen. Wenn es nicht das eigene Telefon ist, DECT-Mobilteil mit in den Keller, Treppenhaus oder außer Haus mitnehmen und schauen, wie weit der Empfang noch möglich ist und wer der Übeltäter sein könnte.

Versuchen Sie die Basisstation soweit wie möglich vom Receiver zu entfernen und verwenden Sie grundsätzlich hochwertiges, gut abgeschirmtes Koaxialkabel. Findet man keine Lösung für das Empfangsproblem, kann man beispielsweise die österreichischen oder schweizer Programme von Pro7, SAT.1 oder Kabel 1 auf der Astra 1 Frequenz 12051 Vertikal nutzen.

Ein gutes Koaxialkabel für Sat-TV / Kabel-TV sollte für eine optimale und störungsfreie Signalübertragung mindestens doppelt (Alufolie+Kupfergeflecht) und mit >= 90 dB abgeschirmt sein. Der Innenleiter aus reinem Kupfer (Cu) bestehen und der Mantel >= 7,0 mm (+/- 0,2 mm) Ø Durchschnitt aufweisen. Class A und CE Logo sollte aufgedruckt und auch erfüllt werden. Als Beispiel bieten Hirschmann oder Kathrein hochwertige Kabel an.

Mittlerweile gibt es auch sehr gute Koaxialkabel mit vierfacher Abschirmung bei mehr als 120 dB (pro 100m). Diese sind noch besser abgeschirmt und sind gerade für lange Kabelwege und bei vielen Störfaktoren prädestiniert für eine optimale und störungsfreie Signalübertragung. Hier gibt es aber auch Billig-Kabel (qualitativ) mit dünnem Stahl-Kupferinnenleiter, die nicht zu empfehlen sind.

Flachbandkabel Wiretape

Vom deutschen Hersteller Schwaiger gibt es ein Flachbandkabel “Wiretape” mit passenden Enddosen, welches direkt aufs Mauerwerk festgeklebt oder unter dem Boden wie Laminat, Teppich, Fliesen usw… verlegt werden kann. Danach kann das Schwaiger WT55 Wiretape Flachkabel 5-adrig oder das Schwaiger WT1810 Wiretape Flachkabel 18-adrig übergemalt oder verputzt werden. An dem Schwaiger WTACOX2 Anschlußset F-typ Coaxial 2 Ports (Wiretape, Kabellänge 30m) wird das Signal für TV-Kabel geliefert. Ebenso auch für Cinch-Audio, Composite, Komponente (YUV), Antennenkabel (F-Stecker), RJ45 1 GB LAN / Ethernet und sogar für HDMI mit entsprechender Anschlussdose von Schwaiger.

Fensterdurchführungen

FensterdurchführungFensterdurchführungen sind zu vermeiden, wo immer es geht. Ebenso zusätzliche Verbindungsstücke. Fensterdurchführungen sind praktisch und flach, aber bieten kaum eine Abschirmung. Auch die wichtige Signalqualität sinkt, da die Durchführung eine eigene Dämpfung besitzt. Meist um die 5 dB. Je nach Ausführung kann die Signalqualität dramatisch sinken. Die schlimmsten Fensterdurchführungen sind die “ultraflachen” Slimline fast ohne eine Abschirmung (Foto rechts).

Die besten Erfahrungen habe ich bei einer Balkontür mit der noch recht befriedigend geschirmten Fensterdurchführung von Hama gemacht. Von billigen Varianten für 1,99 EUR vom Online-Shop sollte man Abstand nehmen. Und oft ist es besser, neben der Tür oder dem Fenster vorsichtig durch die Isolierung, nicht den Rahmen, ein Loch zu bohren und später wieder zu zukitten.

F-Schraubstecker

F-Stecker mit DichtringEs gibt mehrere Varianten von Kabelstecker für Koaxialkabel in der Fernsehtechnik. Der wohl am meisten verbreitete Stecker für Sat-Kabel, ist der schraubbare F-Stecker. Auch als F-Schraubstecker bezeichnet. Verschiedene Größen für verschiedensten Ausführungen für Koaxialkabel sind erhältlich. Dieser ist leicht anzubringen, günstig, benötigt keine Zange zum Montieren und ist für einfache Zwecke ideal.

Die Nachteile der billigen Schraubvariante sind aber die schlechte Abschirmung (meist nur bis 90dB), wackelige Konstruktion, keine hohe Zugfestigkeit und keine optimale Signalübertragung. Gegen Feuchtigkeit im Außenbereich hilft zwar ein kleiner Gummiring oder eine Gummitülle, aber ideal und wirklich dicht, ist das dann nicht.

Wer sporadische Senderausfälle, meist auf horizontaler Frequenz, erlebt, sollte den F-Stecker wieder abschrauben, etwas Maschinenfett auf das Steckergewinde zum LNB auftragen und wieder fest auf das Koaxialkabel aufschrauben. Ein elastisches Klebeband herumgewickelt und eine dicke Gummikappe als Wasserschutz. Waterlocks (mit Geleinlage) sind noch besser geeignet.

F-Crimpstecker

Crimp-Stecker

Eine wesentlich bessere Verbindung ist mit dem F-Crimpstecker zu erwarten. Diese Variante wird mit einer speziellen Crimpzange befestigt. Mit Hilfe dieser Zange wird auf das Kabel von allen Seiten der gleiche Druck ausgeübt, so dass die einzelnen Isolierschichten unversehrt bleiben.

Bei dieser Verbindung ist schon eine sehr hohe Abschirmung gegeben, aber immer noch nicht so hochwertig, wie mit einem Kompressionsstecker.

F-Kompressionsstecker

F-KompressionssteckerDie professionelle Verbindung ist nur mit einem F-Kompressionsstecker gewährleistet. Das Koaxialkabel wird mit einem Abisolierer vorsichtig zurecht geschnitten. Dann wird das äußere Geflecht nach hinten über den Mantel gelegt. Die Folie muss an der Isolation (Dielektrikum) anliegen. Der Stecker wird umgedreht auf das Kabel geschoben, damit die Folie geglättet wird und an der Isolation eng anliegt.

Nun wird der Kompressionsstecker wieder richtig herum gedreht und mit der inneren Crimp-Hülse zwischen Folie und Geflecht auf das Kabel geschoben, bis die Isolation bündig mit der Auflagefläche des Steckers anliegt.
Danach wird der Stecker mit einer speziellen Kompressionszange verpresst. Fertig!

Nur mit dieser Verbindung zum Koaxialkabel ist auch wirklich eine hohe Abschirmung und eine hohe Signalqualität gewährleistet.

Der Kompressionsstecker sorgt für eine hohe Installationssicherheit bzw. Zugfestigkeit, hervorragende elektrische und mechanische Leistung, hohen UV-Schutz, niedrige Transferimpedanz und eine vollkommen wassergeschützte Verbindung.

Fertig konfektionierte Kabel können beim Sat-TV-Fachmann bestellt werden, ohne eine teure Zange kaufen zu müssen.

Internet über den Kabelfernsehanbieter (shared Kabel-Internet) z.B. Kabel Deutschland

Hier muss man genau prüfen, welche Ansprüche man an eine Internetverbindung hat. In älteren Mietwohnungen in Deutschland läuft vom Kelleranschluss ein einziges Koaxialkabel vom Kelleranschluss zum Dachboden und von dort durch jede Wohnung wieder herunter. Meistens ist es noch ein einfaches, recht billiges gerade 2-fach geschirmtes Koaxialkabel mit gerade einmal der geforderten Schirmung um Kosten zu sparen.

Auch wenn die Kabelinternetanbieter von hohen Reserven für Internet, Telefon und HDTV mit bis zu 100 Mbit/s in den Werbebroschüren sprechen, wird sich in der Praxis mit allen Mietparteien und sogar noch weiter bis zum wirklichen Hausanschluss alles gemeinsam geteilt (shared). Egal ob Telefon, IPTV, Kabelfernsehen mit anspruchsvollem HDTV und die jeweils einzelnen Internetzugänge. Das gilt natürlich nur für die Nutzer von dem Kabelnetzbetreiber.

Alle anderen Internetnutzer über eine eigene Telefonleitung (analog / ISDN) mit ADSL / VDSL sind hier in der Praxis zu den üblichen Stoßzeiten unabhängiger und auch flotter unterwegs.

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