Windows 8 Core, RT, Pro und Premium sind jetzt erhältlich

Microsoft hat offiziell den Start für Windows 8 bekannt gegeben. Mit Kampfpreisen von 29,99 EUR (Upgrade bis Ende Januar 2013) möchte Microsoft viele verlorene Kunden zum neu überarbeiteten System im bunten Kachel-Look (Modern User Interface) zurückholen.

Windows 8 wird in sechs verschiedenen Versionen erhältlich sein. Windows 8 (Core), Windows 8 Pro, Windows 8 Enterprise und Windows RT. RT steht hier aber nicht für Realtime OS, sondern für Tablets der ARM-Architektur. Hinzu kommen noch zwei Windows 8 N-Editionen, die verschiedene Programmunterstützungen gar nicht oder eingeschränkt mit sich bringen.

Eher verwirrend sind die vielen Versionen von Windows 8 zu betrachten. Aber im Fachhandel werden nur Windows 8 Core und Windows 8 Pro erscheinen.

Über 5 Jahre hat die Entwicklung gedauert und es wurde von allen Systemen (Linux / Mac OS X) etwas (mal wieder) übernommen. Die Schwerpunkte waren erstrangig nicht die Sicherheit, sondern: Benutzerfreundlichkeit auf Touch-Displays, Verbesserung der Übersichtlichkeit und Erhöhung der Stabilität sowie der Geschwindigkeit.

Mit dem schon bekannten, aber eher unzuverlässigen MS Windows Defender, wird jetzt auch nach Botnetzen und Viren, neben böser Malware, der PC des Anwenders von Windows 8 durchsucht.

Wer übrigens immer noch mit einem Windows XP privat oder beruflich unterwegs ist, sollte bedenken, dass XP auf einen alten NT-Kernel von 2000 basiert und mehr als 12 Jahre (mit Entwicklung) auf den Buckel hat. Das IT-Abteilungen gerade mal erst im Jahre 2012 anfangen auf ein veraltetes Windows 7 umzurüsten, ist kein Wunder. Denn die Lizenzkosten sind sehr hoch. Hinzu kommen noch weitere Programm- und natürliche hohe Arbeitskosten.

Windows 8 Preview
Windows 8 Preview

Mit Windows 8 startet auch der Musikdienst Xbox Music von Microsoft. Der Dienst streamt Musik kostenlos, jedoch wird dieser mit Werbung unterstützt. Um eine simple DVD am PC mit Windods 8 abzuspielen, ist immer noch kein DVD-Player von Microsoft integriert. Ein externes Programm muss installiert werden. Aber es gibt ja kostenlose Alternativen mit VLC Videolan zum Beispiel.

Was Apple mit iTunes und dem Apple Store erfolgreich vorgemacht hat, macht auch Microsoft jetzt nach. Der neue Windows Store mit Apps (Programmen) für das Microsoft-System. Und die Apple iCloud darf natürlich auch bei Microsoft nicht fehlen: SkyDrive. Schön anzusehen, wer hier innovative Ideen erfolgreich auf dem Markt etabliert und wer immer nur hinterher rennt.

Wie auch schon im Microsoft Server 2008 enthalten, kommt auch die Virtualisierungsplattform Hyper-V mit Windows 8. Hyper-V ermöglicht einem Gastsystem bis zu vier CPU’s und bis zu 64 GB an Arbeitsspeicher mit 64-Bit- oder 32-Bit-Systemen. Ebenso wird auch Linux von SUSE und Red Hat unterstützt.

Windows 8 wird auch endlich mit einem modernen, schnellen Webbrowser, dem Internet Explorer 10, ausgeliefert. Die Vorgängerversionen unterstützten kaum neue oder zukünftige Webstandards und wurden nur durch etliche Sicherheits-Updates zurecht geflickt. Für Webentwickler heißen die Sorgenkinder immer noch Internet Explorer 7 – 9.

Die Systemanforderungen von Windows 8:

  • 1 GHz-Prozessor oder schneller mit Unterstützung für PAE, NX und SSE2
  • 2 GB RAM/20 GB verfügbarer Festplattenplatz
  • Bildschirmauflösung von 1366 × 768
  • DirectX 9-Grafikprozessor mit WDDM-Treiber
  • Für die Fingereingabe ist ein PC erforderlich, der Mehrfingereingabe unterstützt.
  • Internetzugriff (möglicherweise gebührenpflichtig)
  • Für einige Funktionen ist ein Microsoft-Konto erforderlich.
  • Zum Abspielen von DVDs ist eine separate Wiedergabesoftware erforderlich.
  • Die Lizenz für Windows Media Center ist separat erhältlich.
  • Zusätzliche Anforderungen zum Verwenden bestimmter Funktionen:
  • Für die Touch-Funktion ist ein Tablet PC oder ein Monitor erforderlich, der Mehrfingereingabe unterstützt. (Weitere Informationen)
  • Um Apps aus dem Windows Store herunterladen und ausführen zu können, benötigen Sie eine Internetverbindung und eine Bildschirmauflösung von mindestens 1024 x 768.
  • Zum Andocken von Apps ist eine Bildschirmauflösung von mindestens 1.366 x 768 erforderlich.
  • Internetzugriff (möglicherweise fallen Gebühren des Internetdienstanbieters an)
  • Für ein sicheres Starten ist Firmware erforderlich, die UEFI v2.3.1 Errata B unterstützt und die in der UEFI-Signaturdatenbank die Microsoft Windows-Zertifizierungsstelle enthält.
  • Für eine optimale Leistung wird bei einigen Spielen und Programmen möglicherweise eine Grafikkarte vorausgesetzt, die mit DirectX 10 oder höher kompatibel ist.
  • Für einige Funktionen ist ein Microsoft-Konto erforderlich.
  • Zum Abspielen von DVDs ist separate Wiedergabesoftware erforderlich. (Weitere Informationen)
  • Die Lizenz für Windows Media Center ist separat erhältlich. (Weitere Informationen)
  • BitLocker To Go erfordert ein USB-Flashlaufwerk (nur Windows 8 Pro).
  • Für BitLocker ist Trusted Platform Module (TPM) 1.2 oder ein USB-Flashlaufwerk erforderlich (nur Windows 8 Pro).
  • Für Client Hyper-V ist ein 64-Bit-System mit Second Level Address Translation (SLAT) und 2 GB zusätzlichem RAM erforderlich (nur Windows 8 Pro).
  • Zum Ansehen und Aufzeichnen von Fernsehsendungen mit Windows Media Center ist ein TV-Tuner erforderlich (nur Windows 8 Pro Pack und Windows 8 Media Center Pack).
  • Die Inhalte von kostenlosem Internet-TV hängen von der jeweiligen Region ab. Für einige Inhalte fallen möglicherweise zusätzliche Gebühren an (nur Windows 8 Pro Pack und Windows 8 Media Center Pack)

(Quelle: Microsoft)

Vor einem Upgrade auf Windows 8 sollten die Hardware-Komponenten überprüft werden, ob auch Treiber und Software-Unterstützung vom Hersteller für das neue System erhältlich sind. Gerade bei älteren PC’s und Peripheriegeräten. Auch wenn Windows 8 kompatibel zu Windows 7 sein.

Des Weiteren unterstützt Windows 8 das UEFI (Unified Extensible Firmware Interface) und Secure Boot. Apple Macintosh mit Intel-CPU besitzen gar kein BIOS mehr und setzen längst auf EFI. Die Zertifizierungsrichtlinien von Microsoft erlauben mittlerweile für Windows 8 kein klassisches BIOS (basic input output system) mehr. Microsoft möchte den Start von Schadsoftware durch Secure Boot vermeiden. Dieses kann leider aber auch dazu führen, dass keine Open Source Systeme mehr gestartet werden können. Die Mainboard-Hersteller müssen für Windows 8 optional eine Funktion zum Abschalten von Secure Boot im UEFI ermöglichen.

Wem die eher zu großen Kacheln für ein Desktop-System nicht gefallen, kann die Kachel „Desktop“ anklicken und erhält den klassischen Explorer-Desktop zurück. Eine andere Möglichkeit war bei der Consumer Preview während der Entwicklungsphase die Änderung durch den Registry-Editor „regedit“ (STRG + R), indem der Wert von RPEnabled in:

HKEY_CURRENT_USER\Software\Microsoft\Windows\CurrentVersion\Explorer

auf 0 geändert wurde. Anscheinend wurde die Funktion zum Deaktivieren der neue Modern UI (Kachel-Desktop) in der finalen Version von Windows 8 entfernt. Hier wird der Kunde anscheinend gezwungen sich damit anzufreunden.

Aufgrund einer Klage der Metro AG darf Microsoft den geschützten Namen „Metro“ nicht mehr für die neue, bunte Kacheloberfläche verwenden. Neu ist jetzt: Modern User Interface (UI).

Wer das klassische Startmenü unter Windows 8 benötigt, greift auf die Classic Shell http://classicshell.sourceforge.net/ zurück. Wozu man jahrelang bei Windows auf Start klicken musste, um ein System zu beenden, weiß jedoch nur Microsoft…