Telekom EntertainTV Plus mit neuem Media Receiver MR400

Als Nachfolger des Media Receiver MR303 , wird der neue Media Receiver MR400 der Telekom ausgeliefert. Der Media Receiver MR400 der Telekom startet mit dem neuen IPTV-Angebot EntertainTV und bietet eine Reihe mehr an Funktionen wie z.B. Restart und Replay. Nach mehr als fünf Jahren ist ein neuer Media Receiver bei der Telekom aber auch mehr als notwendig gewesen.

Beim MR400 fällt sofort das kleinere Gehäuse und die abgeflachte Front auf. Dadurch zeigt das Display etwas nach oben und kann jedoch bei zu hoher Aufstellungsposition von weitem sehr schlecht abgelesen werden. Die flache Bauweise wurde durch die Verlagerung des Netzteils nach außen ermöglicht. Ein externes 12-Volt-Netzteil wie bei Notebooks sorgt jetzt für die Stromzufuhr des MR400. Ein echter Ausschalter befindet sich neben dem Netzanschluss mit einer Reset-Taste auf der Rückseite des Receivers.

An der Front befindet sich neben dem Power-Button das abgeschrägte Display und auf der rechten Seite Programmumschalttasten sowie die Auswahltasten für Radio oder TV. Mehr wurde an der Front nicht integriert.

Die Fernbedienung des MR400 wurde auch erneuert. Eine Taste zum schnellen Kanalwechsel auf vorher angeschaute Kanäle ist weggefallen und wird durch die „Zurück-Taste“ ersetzt. Das Design der Fernbedienung ist handlicher und übersichtlich gestaltet. Durch die höhere Bauweise lässt sich die Fernbedienung auch besser anfassen und rutscht nicht beim Aufnehmen aus der Hand wie beim MR303. Diese war für große Hände einfach zu flach und rutschig. Der Druckpunkt ist angenehm und auch hörbar. Fernsehgeräte lassen sich über eine Datenbank mit TV-Codes automatisch einrichten und dann ansteuern. Übrigens lassen sich die alten Fernbedienungen der Media Receiver und auch umgekehrt, weiter verwenden. Nur warum wieder das staubanfällige Klavierlack auf der Oberseite verwendet wurde und ständig der Tastendruck knacken muss, weiß nur der Hersteller.

Der Hardware-Hersteller des MR400 ist wie beim Vorgängermodell MR303 wieder Tatung Technology aus Taiwan mit einer abgewandelten Version der hauseigenen 4k Settop Box. Als System und Herz des Receivers wird auf Linux gesetzt. Die grafische Oberfläche ist eine Eigenentwicklung bzw. angepasst von der Telekom. Das ehemals von Microsoft entwickelte und jetzt zu Ericsson gehörende Mediaroom CE auf dem M303 ist einfach zu betagt, langsam und zudem auch noch proprietär.

Broadcom’s BCM7421 mit 1,3 GHz MIPS-CPU als SoC im MR400 bietet sogar WLAN/WiFi, aber dieses wurde wohl software-seitig beim MR400 vorerst deaktiviert. Der rückseitig angebrachte USB-2.0-Anschluss ist für Bilder und Videos freigegeben und nicht wie bei den Vorgängern aus Sicherheitsgründen gesperrt. Leider ist der USB nicht frontseitig montiert. Somit muss immer hinter den Receiver gegriffen werden oder ein Verlängerungskabel hinten angeschlossen werden.

Mit dem Internet wird der MR400 per LAN-Kabel (Patchkabel) verbunden. Dolby Digital 2.0 / 5.1 wird per HDMI 1.4 (natürlich mit HDCP), Toslink / S/PDIF oder am Koaxial-Digitalaudio ausgegeben. Die Bildauflösungen über den HDMI-Anschluss betragen 720p (1280×720 Pixel), 1080i oder 1080p (1920×1080 Full HD). 4K Ultra HD wird nicht geboten. Sehr zum Vorteil wäre HDMI CEC (Consumer Electronics Control) über HDMI, damit alle HD-Geräte gemeinsam mit einer Fernbedienung ein- und ausgeschaltet werden können, was der Vorgänger MR303 nicht unterstützt.

Nach dem ersten Starten des MR400 wird ein Software-Update installiert. Das minutenlange Warten beim Kaltstart des alten MR303 fällt weg, sofern man nicht den echten Standby gewählt hat. Dann bootet der Receiver komplett hoch. Die Verbindung wird viel zügiger aufgebaut und nach ca. 30 Sekunden ist der Receiver aus dem Kaltstart dank Linux gestartet. Und, man hört im Betrieb durch die passive Kühlung und Verwendung einer leisen 2,5 Zoll SATA-Festplatte so gut wie nichts. Der MR400 ist sehr leise. Die 500 GB Festplatte lässt sich an der Rückseite per Einschubschacht auswechseln, falls der Receiver mal eingeschickt werden muss und die Aufnahmen bestehen bleiben sollen. Wer aber denkt, er kann seine eigene Festplatte einbauen, hat sich leider geirrt.

Telekom Media Receiver MR400
Telekom MR400
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Telekom Media Receiver MR400
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Telekom Media Receiver MR400
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Der neue Media Receiver MR400 wird auch ohne Festplatte (ohne Aufnahmefunktion) als Modellvariante MR200 angeboten. Alle alten Telekom-Receiver können nicht mit dem neuen EntertainTV (Plus) weiter verwendet werden. Sobald der neue MR400 aktiviert wurde, sind die alten Receiver nicht mehr nutzbar. Für das neue EntertainTV ist also die Grundvoraussetzung ein MR400 oder MR200 Media Receiver der Telekom. Zwar sollen die älteren Modelle wie der MR303 noch parallel weiter betrieben werden können, aber dann nur mit dem alten Entertain-Angebot funktionieren.

Aufnahmen vom alten Receiver MR303 können nicht auf den neuen Receiver MR400 übertragen werden, da die Systeme mit den Aufnahmeformaten beider Receiver nicht kompatibel miteinander sind. Die Magenta Cloud wird auf dem Receiver noch nachgerüstet. Dafür ist unter Anderem YouTube und watchever gleich mit dabei am MR400 als App.

Beim wichtigen Stromverbrauch hat der Media Receiver auch etwas Positives zu bieten.

Stand-by-Modus: Bild- und Tonverbindung sowie die Festplatte werden abgeschaltet und die Internet-Verbindung bleibt bestehen. Startzeit lang
Energiesparmodus: Weniger Stromverbrauch, jedoch lassen sich keine neuen Aufnahmen programmieren, bestehende Programmierungen werden aufgenommen. Kein Zugriff per Zweit-Receiver auf Aufnahmen möglich. Startzeit verzögert.
Energiesparmodus Plus: Weniger Stromverbrauch, Aufnahmen können programmiert werden, bestehende Programmierungen werden aufgenommen. Zugriff vom Zweit-Receiver möglich.
Ausgeschaltet: Nur über Schalter auf der Rückseite.

Per HTML5 können einfach und kompatibel Apps oder Spiele programmiert werden, wie auch schon für das Firefox OS für neuere Panasonic TV. Der furchtbar in unsinnigen Flash (ohne das unsichere Flash-Plugin funktioniert es nicht) zusammengebastelte Online Manager, ist leider auch noch die erste Wahl, um die Sender am MR400 zu sortieren (Update 02/2017: Mittlerweile ist der Programm-Manager endlich Flash-befreit).

Der MR400 funktioniert nur an dem freigeschalteten und neuen EntertainTV-Anschluss der Telekom per DSL-Anschluss. Auch per WLAN mit Repeatern oder Powerline über das Stromnetz kann Entertain im Haus oder Wohnung genutzt werden. Allerdings gibt es dort sehr viele Störfaktoren. Um eine stabile Datenrate bei IPTV zu erreichen (ca. 8 MBit/s bei HD-Sendern), muss dieses in der Praxis erst getestet werden. Nicht die Schnelligkeit mit 100MBit/s ist wichtig, sondern die stabile Übertragungsrate, damit keine Bildaussetzer auftreten oder lange Umschaltzeiten auftreten.

Gerade wenn gleichzeitig ein HD-Sender aufgezeichnet wird und ein weiteres Programm in HDTV angeschaut wird, sind locker 16 MBit/s an Datenrate in Verwendung. Für mobile Geräte muss die neue Telekom App EntertainTV Mobil zur Nutzung des MR400 installiert werden, um den Receiver programmieren oder steuern zu können. Damit lassen sich auch die Senderliste individuell verändern.

Das Paket HD Start ist weggefallen und wird jetzt durch EntertainTV Plus ersetzt. EntertainTV wählt automatisch die beste Bildqualität für den Zuschauer am Receiver aus. Ist HD leitungstechnisch möglich und wird auch vom Sender angeboten, wird automatisch der HD-Sender am MR400 gezeigt. Auch auf dem selben Sendeplatz. Somit entfällt das lästige Umsortieren von SD- und HD-Sendern. BigTV beinhaltet jetzt die HD-Ableger der einzelnen Film-Sender. Zugebuchte TV-Pakete oder Pay-TV-Pakete wie von Sky, bleiben bestehen und können weiterhin genutzt werden. „Entertain to go“ fällt weg und wird durch „EntertainTV mobil“ ersetzt.

Ein ausführlicher Test des MR400 folgt, sobald die Telekom den neuen Anschluss freigeschaltet hat.

Update 03/2017: Die Open Source Quellen des MR 400 sind jetzt bei der Telekom herunterladbar.

Technische Daten des Telekom Media Receiver MR 400:

  • Bildauflösung: 720p / 1080p Full HD, H.264 / MPEG-4 AVC / HSS
  • Festplatte: SATA 500 GB 2,5 Zoll
  • 1x HDMI 1.4 mit HDCP (kein HDMI CEC)
  • 1x 100 MBit/s LAN
  • 1x Koaxial-Digital-Audio
  • 1x TosLink S/PDIF (optisch) Digital-Audio
  • 1x USB 2.0
  • 1x 12 Volt DC externer Netzteil-Anschluss mit Schalter
  • System: Linux
  • DRM Verschlüsselung Verimatrix, MS playready DRM, HDCP
  • Bildformate via USB: BMP, JP(E)G, GIF und PNG
  • Einstellbare Leuchtstärke der LED Standby und Displays
  • Länge/Höhe/Breite 290/38/200 mm
  • 2 Energiespar-Modi: Energiesparmodus/Energiesparmodus Plus
  • Erhältliche Farben schwarz/weiß
  • HTML 5 für Apps
  • Leistung: 3.000 (DMIPS) – Broadcom BCM7421 1,3 GHz Dual Core CPU integriert
  • DRAM (MB) Arbeitsspeicher: 1 GB DDR3 RAM
  • Flash-Speicher: 512 MB NAND, 8 MB NOR
  • Passive Kühlung (kein Lüfter)
  • Gewicht: ca 1 kg
  • Stromverbrauch:
    weniger als 0,5W im Energiesparmodus
    weniger als 1W im Energiesparmodus Plus
    Standby weniger als 9 W
    im Betrieb bis zu 11 W
  • Bedienungsanleitung MR400 (PDF)
  • Online EPG (TV-Programmführer) für EntertainTV
  • TV-Codes Fernbedienung MR 200 und MR400

Update 05/2016:

Die Umschaltzeiten sind leider nicht so zügig wie beim MR303. Hier fehlt noch eine Optimierung der Treiber. Was wieder einmal wunderbar belegt, dass mehr MHz der CPU nichts mit der Geschwindigkeit des Receivers zu haben. Der MR400 basiert auf einem Linux-Kernel in der Version 3.3.8-3.2. Vier Jahre alt aber stabil, ausgereift und recht modern.

Durch die Umgestaltung der Oberfläche ist natürlich die Bedienung mit einer Umstellung verbunden, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran. Leider unterstützt auch der neue MR400 kein HDMI CEC (Consumer Electronics Control), womit alle HDMI-Geräte gleichzeitig mit einer Fernbedienung per HDMI ausgeschaltet werden können. Gerade wenn ein AV-Receiver als Schaltzentrale dient. Zum Glück lässt sich die Fernbedienung relativ einfach programmieren, um in diesem Fall einen 2015 UHD-TV von Panasonic anzusteuern und mit einem Denon AVR-X4200 zu koppeln. Das klappt ohne Probleme.

Zweimal auf OK der Fernbedienung drücken und man landet direkt in „Meine Aufnahmen“. Praktisch, aber man muss erst einmal lernen mit dem Receiver umzugehen. Die Schnellzugrifftaste ist dafür leider weggefallen.

Leider negativ fällt beim schnellen Zappen durch die Sender mit der Fernbedienung das ständige Knacken auf.

Update: 11/2016

4K UHD (Ultra HD) wird mit dem MR400 nicht möglich sein, da die Hardware nicht passend ist. Kein HDMI 2.0 mit HDCP 2.2 und kein Decoder im SoC (System-On-Chip) für den H.265/HEVC-Standard bei 4K UHD. Somit kann kein 4K YouTube, Netflix 4K oder auch die ersten UHD-Sender wie Sky Sport UHD / Sky Bundesliga UHD am MR 400 nativ in 4K UDH mit 2160p abgespielt oder eben im Stream übertragen werden.

Weitere Fotos vom neuen EntertainTV am MR400:

MR400 EntertainTV
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Der neue Cloud Recorder ist am grünen Play-Symbol unter Mein Entertain erkennbar. Dieser ermöglicht mit Entertain to go TV-Sender, Filme aus der Online-Videothek und aufgenommene Filme und Serien mobil über das Mobilfunknetz oder im WLAN anzuschauen. Ausnahmen sind Sat.1, ProSieben, kabeleins, Sat.1 Gold, ProSieben MAXX und SIXX.

Media Receiver MR400 Downloads

Letztendlich erweist sich der neueste Media Receiver MR400 als modern, jedoch ist die Bedienung mit den langsamen Umschaltzeiten leider noch nicht so flink umgesetzt worden. Die Fernbedienung muss immer kräftig gedrückt werden und knackt jedes Mal etwas nervig. Durch die Menüs bewegt man sich mit den Pfeiltasten etwas ruckelnd.