Test von DVB-T2 mit Full HD 1080p gestartet

Seit dem 31. Mai 2016 ist in 18 Regionen in Deutschland testweise als Pilotbetrieb der Empfang vom neuen „Digitalen Antennenfernsehen“ mit DVB-T2 in HDTV möglich. Die komplette Einführung wird zukünftig in mehreren Abschnitten erfolgen. Zum Empfang von HD über DVB-T2 wird ein neuer HDTV-Receiver oder ein Empfangsgerät benötigt, der/dass das Fernsehsignal des neuen DVB-T2-Standards mit HEVC / H.265 decodieren kann. Ältere Fernseher mit schon installiertem DVB-T2-Tuner können meist nur den älteren H.264 / MPEG-4-AVC-Standard und sind nicht geeignet. Vorhandene Antennen und Kabel können aber weiterhin genutzt werden.

Erkennbar sind die neuen HD-Receiver und Empfangsgeräte an dem grünen Logo mit dem Schriftzug „DVB-T2 HD“. Ohne dem grünen Logo sind ebenfalls HD-Receiver oder USB-Sticks erhältlich, aber können dann in der Regel nicht die verschlüsselten Sender empfangen, da ein Entschlüsselungsmodul fehlt.

DVB-T2 HD
DVB-T2 HD (Copyright: Norddeutscher Rundfunk)

Der neue HEVC (High Efficiency Video Coding ) / H.265 Codec kann noch effektiver das Fernsehsignal komprimieren, hochskalieren und spart damit enorm an Bandbreite. Gerade bei der Übertragung mit 1080p, also mit 50 Vollbildern bei 1920 x 1080 Pixel in Full HD. Dadurch können die Fernsehanstalten mehr Programmvielfalt dem Zuschauer anbieten. Wie schon bei dem Vorgänger wird auch HbbTV, Untertitel und Teletext ausgestrahlt.

Nach über 13 Jahren löst DVB-T2 den Standard DVB-T zukünftig ab. Die ARD setzt in mehreren Schritten die Einführung von DVB-T2 ab 2017 um. Ab dem Jahr 2017 beginnend bis Mitte 2019 wird die Phase der Umstellung andauern. Durch den Wegfall des 700 MHz-Bandes (Kanäle 49 – 60) verbleiben für den digital-terrestrischen Rundfunk nur noch die Kanäle 21 – 48. Bei der Umstellung auf DVB-T2 wird es teilweise in einigen Regionen durch Kanalumstellungen, unvermeidbar zu Änderungen beim bisherigen Empfang von DVB-T geben. Dieses wird aber voraussichtlich erst ab 2017 der Fall sein und wird vorher angekündigt.

Die öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramme der ARD, ZDF sowie der Dritten Programme und einige wenige Private bleiben unverschlüsselt. Der große Anteil der Privaten wie die RTL-Gruppe oder Pro7/Sat.1-Gruppe verschlüsseln in diesem Zuge auf DVB-T2 das Programm, so dass ein CI+ Modul (IRDETO Verschlüsselung) mit Smartcard benötigt wird. Freenet TV nennt sich dieses – analog zur kostenpflichtigen HD Plus HD-Plattform über Satellit – mit bis zu 40 Programmen über DVB-T2 und wird bis zum Frühjahr 2017 kostenlos erhältlich sein. Danach wird eine monatliche oder jährliche Gebühr für Freenet TV erforderlich.

Auch der mobile Empfang mit Antenne über einen DVB-T2-Stick unterwegs am Notebook oder im Auto, ist mit DVB-T2 in Zukunft weiterhin möglich.

HDTV-Sender über DVB-T2 mit 1080p ab dem 31.05.2016:

Unverschlüsselt:

  • Das Erste HD
  • ZDF HD

Verschlüsselt (Irdeto – freenet TV):

  • RTL HD
  • ProSieben HD
  • SAT.1 HD
  • VOX HD
DVB-T2 HD Regional
(Bild: Projektbüro
DVB-T2 HD Deutschland)

Die Empfangsgebiete von dem Test DVB-T2 als PDF zum Download oder in der Ansicht im Browser.

Regionale Senderstandorte mit den Kanälen von DVB-T2 als PDF zum Download oder in der Ansicht im Browser.