Linux – History

Linux Torvalds
Ursprünglich wurde das Betriebssystem Linux 1991 von Linus Torvalds an der Universität Helsinki entwickelt. Eigentlich wollte er nur die Leistungsfähigkeit und die Möglicheiten seines 386’er PC studieren. Dazu hatte Linus Minix, ein Betriebssystem für Lehrzwecke, installiert. Dieses System konnte die Möglichkeiten eines Unix-Systems auf einem IBM-PC simulieren.

Linus erste Nachricht vom 26. August 1991 in den Newsgroups kann man noch nachlesen:

Linus Benedict Torvalds Aug 26 1991, 7:12 am
Hello everybody out there using minix –
I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and
professional like gnu) for 386(486) AT clones. This has been brewing
since april, and is starting to get ready. I’d like any feedback on
things people like/dislike in minix, as my OS resembles it somewhat
(same physical layout of the file-system (due to practical reasons)
among other things).
I’ve currently ported bash(1.08) and gcc(1.40), and things seem to work.
This implies that I’ll get something practical within a few months, and
I’d like to know what features most people would want. Any suggestions
are welcome, but I won’t promise I’ll implement them :-)
Linus (torva…@kruuna.helsinki.fi)
PS. Yes – it’s free of any minix code, and it has a multi-threaded fs.
It is NOT protable (uses 386 task switching etc), and it probably never
will support anything other than AT-harddisks, as that’s all I have :-(.

Die erste lauffähige Version von Linux wurde im September 1991 von Linus Torvalds an interessierte Personen verschickt und in der Newsgruppe comp.os.minix über das Usenet bekannt gegeben. Er entschied sich das System weiterhin frei weiterzugeben. Jeder konnte sich daran beteiligen und Linus Verbesserungen oder Erweiterungen zuschicken.

penguin1.png

Bei dem Namen Linux wurde aus seinem Vornamen und der Ähnlichkeit zu Unix ein Linux. Alles andere sind Märchen. Begriffe wie: Light Unix oder Little Unix, sind frei erfunden…
Heute entscheidet Linus Torvalds auch noch alleine über den Kernel. Was ihm nicht gefällt, kommt nicht in den Kernel. Überzeugen kann man ihn bestimmt, aber es soll nicht einfach sein.

Das Linux-Logo, der Pinguin namens „Tux“, stammt einem Wunsch nach von Linus aus dem Jahre 1996. Er entschied sich für den Pinguin. Der Name „Tux“ stammt von der englischen Bezeichnung „tuxedo“ für den ähnlichen Smoking, den der Pinguin trägt.

Der wohl engste Kernel-Entwickler von Linus bis zum Kernel 2.4 ist Alan Cox gewesen. Alan hat sehr viel für den Kernel und den Treibern sowie dem Netzwerk herum getan. Selbst Microsoft hatte 1998 versucht ihn als Mitarbeiter zu gewinnen, was er aber wohl dankend ablehnte… :) Dieser widmet sich aber nun mehr seinem Arbeitgeber Red Hat.

Während der Entwicklung des Linux Kernels 2.6, ist Andrew Morton die rechte Hand von Linus geworden und gibt immer nach einem Release eines neuen stabilen Kernels von Linus mit dem Zusatz -mmX (z.B. 2.6.7-mm1) eine Entwickler-Version frei, die experimentelle Funktionen beinhaltet und getestet werden kann.

Der Kernel teilt sich in einen stabilen (Anwender) und instabilen (Entwickler) Kernel. Dazu gibt es noch viele andere Varianten, die speziell angepasst oder abgeändert wurden. Z.B für den digitalen Receiver dbox / dbox2 oder für Smartphones, PDAs, Thin Clients uvm. Marcelo Tosatti hat die Weiterentwicklung des stabilen und etwas „älteren“ Kernel 2.4 übernommen. Linus selbst arbeitet weiter an 2.6, nicht zu vergessen auch all die anderen Kernel-Entwickler oder Firmen weltweit.

linus2.jpg
Linux ist also der Kernel, befindet sich im Dateisystem in dem Verzeichnis /boot/ namens vmlinuz. Und nicht die darunter laufenden Anwendungen oder Server, wie es oft fälschlicherweise dargestellt wird. Diese laufen auch unter anderen Uni*-Derivaten, wie z.B. FreeBSD oder auch Windows und OS X.

Mittlerweile gibt es viele Distributoren von Linux und den Anwendungen, die eine Auswahl der vielen Anwendungen treffen und diese dann auf CDs/DVD vertreiben. Allerdings kann man sich Linux oder auch eine komplette Distribution von diversen FTP-Servern kostenlos herunterladen und auf unzählig vielen Rechnern installieren!

Viele Programmierer (weltweit) schufen mit Linus zusammen ein stabiles, sicheres, schnelles, transparentes und freies Betriebssystem mit vielen Programmen. Auch große Unternehmen, wie IBM und auch viele europäische Regierungen, haben die Fähigkeiten und Vorteile von Linux und Open Source erkannt. Um einige Merkmale zu nennen:

  • Multitasking
  • Multithreading
  • Symmetric Multiprocessing
  • Multi User
  • IPC (Inter Process Communication)
  • kostengünstig
  • Stabilität
  • Datensicherheit
  • Einblick in den Quellencode
  • Transparentes System

Sicherheit mit Betriebssystemen

Viele Anwender und IT-Verantwortliche haben anscheinend den Artikel von 1999 aus dem Heise-Verlag vergessen: Peinlicher Fehler deckt die Unterwanderung von Windows durch die NSA auf. Würde man privat einer Person noch Vertrauliche Daten anvertrauen, wenn diese Person einen schon vorher versucht hat, auszuspionieren?

Wer jetzt noch hochsensible Daten in der Entwicklung, Forschung, Produktion oder Politik mit closed source Systemen verarbeiten möchte, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Übrigens sind fast alle Verschlüsselungstechnologien sowie auch die Windows-Sicherheitsschlüssel von US-Firmen mitentwickelt worden und von amerikanischen Sicherheitsorganen finanziell unterstützt worden. Dieses betrifft auch das Tor-Projekt.

Open Source Software und auch Hardware! ist für Hochsicherheitssysteme ein absolutes Muss, sofern der Hersteller keinen kompletten Einblick in den Quellcode eines Systems wie z.B. Windows von Microsoft aus den USA, erlaubt. Was genau im System im Hintergrund verdeckt arbeitet – also einkompiliert in Programme oder System-Bibliotheken (hard coded) ist – kann kein Administrator oder Programmierer außer dem Hersteller feststellen. Man ist auch komplett abhängig und angewiesen auf den Hersteller. Ältere Systeme werden oft nicht mehr gepflegt und als Druckmittel wird dem Unternehmen versucht, ein neues System zu verkaufen.

Leider haben viele große Konzerne mit ihren sensiblen Daten auf Closed Source Windows-Systeme gesetzt, ohne einen Einblick ins System zu haben und ohne genau zu wissen, was dieses System mit Daten überhaupt anstellt. Dieses betrifft aber viele Bereiche wie auch den Mobilfunk- oder Smartphone-Markt, wo Unternehmen naiv gedacht haben, dass diese Geräte sicher sind. Es gibt keine 100% Sicherheit, aber annähernd.

Die mittlerweile üblichen Cloud-System von US-Firmen sind auch mit Vorsicht zu genießen. Aber die Enthüllungen von E. Snowden haben hoffentlich viele Konzernchefs und Verantwortlichen die Augen geöffnet, dass es hier auch um den Schutz vor Wirtschaftsspionage geht.
Was noch fehlt, ist ein Einblick in den Aufbau von Prozessoren. Ebenso Router von Cisco und Co. Diese stammen ebenfalls aus den USA oder Ländern der sogenannten „Five Eyes“. Bis zum heutigen Tage konnte der Hersteller Cisco gegenüber der Presse und Fachmagazinen nicht beantworten, warum eine Backdoor in etlichen Routern existiert.

Wird aber ein Fehler oder eine Sicherheitslücke entdeckt, so kann in kurzer Zeit ein Patch oder ein Update zur Verfügung gestellt werden. Dabei sind wenige Stunden keine Seltenheit, womit selbst Systeme mit teurem Support nicht dienen können. Microsoft erst recht nicht…

Mit closed Source Microsoft-Software kann man erst einmal auf ein baldiges Update oder einen Patch warten, wenn denn MS es als sehr wichtig einstuft. Und da ist der Haken… Ein Beispiel wäre der Virus/Wurm SQLSlammer, der den Hersteller MS intern selbst getroffen hatte. Wer dann schnell den Patch von MS einspielen wollte, was eh schon vom Ansatz viel zu spät war, konnte über überlastete Netze auf MS-Update Server nicht mehr zugreifen… Noch lustiger ist, was man mit einer OEM-Version von MS über Support zu hören bekommt. Gar nichts!

Linux Kernel

Linux läßt sich parallel zu DOS, Win9x, NT 4/5/5.1, OS/2, QNX oder BeOS installieren und kann sehr viele Dateisysteme lesen und beschreiben. Das Linux-System kann auch auf einer erweiterterten Partition installiert werden. Die mitgelieferten Linux-Bootloader LILO oder Grub sind in der Lage alle genannten Systeme über ein Menü zu starten.

Linux läuft auf den meisten Internet-Servern und auch Geräten, zum Beispiel auf Routern wie die AVM Fritz!Box (FritzBox), auf LCD-TV / LED-TV, Plasma-TV von Pioneer, LG Electronics, Samsung, Sony und Co, auf neuen Smartphones mit Google Android-System welches auf einem Linux-Kernel basiert und noch vieles mehr.

Ich arbeite jetzt seit ca. 1996 überwiegend mit Linux-Systemen und vorher mit etlichen (älteren) Windows-Versionen seit Win 3.1 sowie OS/2 Warp und natürlich DOS. Während meiner SAP-Ausbildung noch auf einem Win NT 4 gab es wöchentlich Probleme mit Windows oder SAP. Als wir unseren Dozenten nach einem kleinen Rechner in der Ecke des Serverraumes fragten, stießen wir auf ein Slackware Linux als Gateway-Server. „Der läuft jetzt seit fast einem Jahr schon durch. Mit dem hatten wir noch nie Probleme…“ Und der Dozent gab uns die kostenlosen Slack-Ware CDs in die Hand.

Angefangen habe ich aber aus Neugier mit der Delix Linux Distribution, die es mittlerweile nicht mehr gibt.

Dann über Slackware, SUSE Linux, RedHat, Mandrake (Mandriva), Gentoo, Fedora Core, Ubuntu und jetzt bei Debian GNU/Linux geblieben. Dazwischen experimentierte ich noch mit BeOS und dem damaligen noch kostenlosen QNX Realtime OS.